Bohemian Rhapsody

Bohemian Rhapsody – 8/10

Queen setzte während ihrer Zeit musikalische Maßstäbe in ihrem Genre. Der Film über Queen jedoch bleibt dabei leider seinem Gerne viel zu treu. Vereinzelte emotionale Momente, die mitreisende inszenierte Musik sowie die überzeugende Darstellung aller Musiker, allen voran Rami Maleks oscarreife Darstellung als Freddie Mercury, verwandeln Bohemian Rhapsody zu einem Kinopflichtbesuch für jeden Queen-Fan.

Bryan Singer erzählt in seinem Queen-Biopic über 130 Minuten die Bandgeschichte mal mehr, mal weniger chronologisch und versucht dabei den Zuschauer jederzeit die Faszination Queen näher zu bringen. Dabei setzt er vor allem Rami Malek als Freddie Mercury besonders in den Fokus und zeigt dessen Aufstieg vom jungen Gepäckarbeiter zu einem der schillerndsten Ikonen der Pop- und Rockgeschichte. Singer schafft es nicht nur in den großen Momenten dem Zuschauer Gänsehautmomente zu bescheren. auch in den kleinen, stillen Momenten wird einem deutlich was dieser Film noch hätte werden können. Nachdem Mercury seine Aids-Diagnose erhält zeigt der Film in nur einer kleinen Szene wie viel Kraft, Hoffnung, aber auch Leid und Trauer in der Person Freddie Mercury gesteckt hat.

Diese Momente sind jedoch leider nicht die Regel und so zeigt der Film die für ein Biopic typischen Höhepunkte und Niederschläge im Leben von Freddie Mercury und die der Band Queen, ohne jemals tiefer in Materie einzusteigen. Er verpasst es die Zerrüttung, den Exzess, den Sex und die Verletzlichkeit des Freddie Mercurys vollständig zu zeigen. Stattdessen zeigt er mit einigem Charme und Witz die Gemeinschaft sowie den Aufstieg der Band, der zwar auch unter dem Drogeneinflusses Mercurys leidet, aber dennoch größer und größer wird. Der Banderfolg gipfelt, genauso wie der Film, im legendären Live-Aid Konzert von 1985, welches gegen Ende leider zu lange ausfällt und zu häufig die Zuschauermassen anstatt die überragend aufspielende Band zeigt.

Trotz seiner fehlenden Tiefe ist Bohemian Rhapsody, nicht nur aufgrund seiner mitreisenden Musik, seiner tollen Ausstattung, sondern vor allem durch seine grandiosen Schauspieler, ein Muss für jeden Queen-Fan. Maliks oscarverdächtige Darstellung ist dabei in einigen Szenen so wirkungsvoll eingefangen, dass man sich mehrmals fragen muss, ob da nicht vielleicht doch Freddie Mercury persönlich vor der Kamera stand. Gleichzeitig trumpfen auch Ben Hardy als Roger Taylor, Gwilym Lee als Brian May sowie Joseph Mazzello als John Deacon überzeugend auf.

(By Ken)

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